Daniel Bigalke steht für eine junge Generation von Politologen, die sich von den Denkhemmungen einer importierten Nachkriegsdemokratie befreien und das Demokratieträchtige in der eigenen deutschen Denktradition suchen. Allgemein wird nicht zugegeben, dass Demokratie noch ein sehr junges Produkt der westlichen Geistesgeschichte ist und dass wir die Pflicht zur denkenden Weiterentwicklung haben, sollen wir diese Errungenschaft nicht in geistlosem Triumphalismus verkommen lassen. Für Deutschland stellt sich die Frage, ob Demokratie ein fremder Import bleiben muss, mit einem Grundgesetz, das noch immer keine frei vom Volk akzeptierte Verfassung ist (Art. 146 GG). Der deutsche Sonderweg war sicher nicht überall zukunftsträchtig und fortschrittlich - das so Etikettierte stellte teilweise gerade eine Verfälschung der tieferen denkerischen Impulse in Richtung Selbstregierung des Volkes dar. Bigalke erinnert mit Recht besonders an Fichte und Hölderlin. Doch auch Hegels Staatstheorie gilt ihm im Kern keineswegs als reaktionär. Es ist das Verdienst von Bigalkes Buch, innerhalb der politologischen Diskussion an bereitliegende, neue demokratietheoretische Modelle zu erinnern, die gerade unverwechselbar aus der deutschen Denktradition hervorgegangen sind. Sie sind insofern "Erinnerung an die Zukunft": Ringen um die Zukunft einer Demokratie, welche die praktische Selbstreflexion des Volkes meint. Die manchmal nostalgischen Anklänge in Bigalkes Buch zielen also auf solche Revolution "von Grund aus": aus den gedanklichen Grundlagen. Ganz außergewöhnlich in der gegenwärtigen politologischen Landschaft! Die vielversprechende, kenntnisreiche Leistung einer angehenden publizistischen Begabung!
Prof. Dr. phil. habil., dipl. - theol., lic. phil. Johannes Heinrichs, Professor für Philosophie und Sozialökologie in einer Rezension vom 3. November 2007 zum Buch "Der Streit um die deutsche Nachkriegsdemokratie" Daniel Bigalke hat sich ein großes Thema vorgenommen. Schon aus diesen Gründen besitzt seine Arbeit starke Seiten (...). Sie verarbeitet eine Fülle von Material, Analysen und Berichten. Sie tritt den Beweis an, daß die Politikwissenschaften, die sich auf die Beobachtung von politischen Verfahren und empirische Erhebungen einer Nachkriegsdemokratie einließen, sich grundsätzlich unterschieden von einer organischen Betrachtung politischer Prozesse, die bis 1945 typisch war für die deutsche Auffassung einer Wissenschaft von der Politik. In dieser Interpretation folgt er Hans Joachim Arndt, Carl Schmitt, Theo Pirker und Ernst Fraenkel. (...) Die deutschen Lande hatten seit 1990 keine Souveränität erlangt und blieben eingebunden in Militär- und Sicherheitsverträge, weshalb bestimmte Lesarten politischer Wissenschaft auf Tabus und Ungereimtheiten stießen, die von der offiziellen Wissenschaft, (...), nicht hinterfragt werden durften. Kurz: Es gibt keine wissenschaftliche Methode, den Verdächtigungen und Unterstellungen zu entgehen. Trotzdem wird es wichtig sein, die Tiefe einzelner Argumente nachvollziehbar zu machen, um sich dagegen zu wehren, Provokateur oder ein Don Quichotte zu sein.
Prof. Dr. Bernd Rabehl, Soziologe und Politikwissenschaftler i.R., FU Berlin, zum Buch "Der Streit um die deutsche Nachkriegsdemokratie"
Lieber Daniel, Ihre Arbeit ist wirklich harter Tobak. Ich weiß gar nicht, ob ich sie wirklich lesen kann - ach quatsch - ich werde sie definitiv lesen, weil Sie mir viel zu interessant scheint.
Hartmut Neuhaus, katholischer Pfarrer zum Buch "Der Streit um die deutsche Nachkriegsdemokratie" Das Kompendium ist inhaltlich wirklich einmalig. Ein derartig hohes Reflexionsniveau wäre auch in anderen Publikationen zum Thema wünschenswert.
Danielo Binder, Jurastudent zum Buch "Der Streit um die deutsche Nachkriegsdemokratie" Gerade die noch einzufordernde bundesdeutsche Demokratie gebietet ein Überdenken der politologischen Prämissen. Es muß ein Politologe einen latenten Verfassungskonflikt erkennen, weil die Deutschen ihr politisches System eher anhand den Kategorien des Obrigkeitsstaates begreifen als nach politologischen Vorgaben. Daraus ergibt sich für Bigalke die Notwendigkeit einer methodischen und inhaltlichen Wegweisung zu einer genuin deutschen Politikwissenschaft. (...) Damit wird keine antiwestliche Position bezogen, zumal Bigalke überzeugend belegt, daß die ältere "deutsche Staatsidee" aus bis zur Antike zurückgehenden europäischen Denktraditionen hervorgegangen ist.
Felix Bosch in Sezession Nr. 2008/24 S. 50 zum Buch "Der Streit um die deutsche Nachkriegsdemokratie"
Dem Anliegen von Bigalke wäre entsprochen, wenn es statt eines Grundgesetzes für die Bundesrepublik ein Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland gäbe. Letzteres müßte sich vom ersteren möglicherweise formal gar nicht wirklich unterscheiden. Ein Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland (und nicht nur eines für diese) wäre jedoch das Ergebnis einer ergebnisoffenen Reflektion auf der Grundlage einer spezifisch deutschen Interessenlage und des Aufgreifens der Argumente und Gesichtspunkte der verdrängten deutschen Geistesgeschichte jenseits von links und rechts und den damit verbundenen diffamierenden Ausgrenzungen. (...) Diese Sichtweise hat allerdings das Verständnis zur Voraussetzung, daß Demokratie auf einer mehr ideologischen Ebene sicherlich als universelles Konzept verstanden werden kann, in dem Sinne, daß es nicht ausgeschlossen ist, daß sich überall die demokratische Regierungsweise durchsetzt. Die Verwirklichung dieses Konzepts ist jedoch nur partikulär möglich, so wie in der Tat etwa im Falle von Indien zu beobachten ist, daß die Inder durch die Demokratie, wenngleich in der spezifischen Weise dieser Verfassungsform, gewissermaßen indischer geworden sind als sie es während der westlichen Kolonialzeit waren. In diesem Sinne meint gelungene Demokratie in Deutschland, daß die Deutschen so deutsch werden wie etwa die Amerikaner amerikanisch sind. In Übereinstimmung mit dem deutschen Weltbürgertum macht dies auch deutlich, daß Nationalstaatskonzept und Universalismus keine Gegensätze sind, sondern sich auf der Grundlage des Demokratiekonzepts bedingen. Dagegen wird ein Universalismus, der das Nationalstaatsprinzip negiert, die Demokratie ablehnen müssen, mag diese Demokratieablehnung, die bei den etablierten politischen Kräften latent vorhanden ist, mit Formeln wie „demokratische Werteordnung" oder „Europa" auch verschleiert werden. Die Arbeit von Bigalke trägt in diesem Sinne wirksamer zum Verständnis des demokratischen Gedankens bei als etwa der sog. Verfassungspatriotismus, der dem Volk die Verfassung entwindet (insbesondere den Sinngehalt von Artikel 146 GG entwertet) und deshalb ebenfall eine Formel zur Demokratieabschaffung darstellt. Möge sich demgegenüber das Konzept von Daniel Bigalke durchsetzen!
Josef Schüßlburner, Jurist und Bundesbeamter im Bundesverkehrsministerium in seinem Nachwort zum Buch "Der Streit um die deutsche Nachkriegsdemokratie"
Ich muß wegen meiner momentan auch noch fortbestehenden Arbeitsüberlastung um Ihr Verständnis bitten, daß ich später erst auf Ihren Text eingehen kann. Die Thematik findet weiter mein ungeteiltes Interesse, aber dummerweise ist es ja den Gewerkschaften nicht gelungen, den 35-Stunden-Tag einzuführen.
Rolf Stolz, Publizist und Mitbegründer der Grünen
Es liegt hier eine differenzierte Analyse konservativer, reformerischer und so genannter reaktionärer Motive in der deutschen Zwischenkriegszeit am Beispiel des Ministerialrates des damaligen Auswärtigen Amtes Edmund Schülers und des Philosophen Oswald Spenglers vor. Speziell im Hinblick auf die Reorganisation des Auswärtigen Dienstes und der Staatsverwaltung nach dem 1.Weltkrieg eröffnet das Buch eine thematische Perspektive, die bisher vernachlässigt wurde: Sie betont die pragmatische und realpolitische Dimension des Denkens „Konservativer Revolutionärer" und bestätigt damit erwiesenermaßen, daß es nach 1918 generell um eine Reorganisation des Deutschen Reiches ging, an der sich viele politische Ideologien versuchten. Zugleich ist damit die von Armin Mohler benannte Bewegung der „Konservativen Revolution" nicht als Vorreiter der nationalsozialistischen Bewegung zu betrachten, sondern vielmehr als der Versuch einer politischen Reorganisation, deren Notwendigkeit sich in der Realpolitik - hier auch am Beispiel des Auswärtigen Amtes nachgewiesen - ohnehin offenbarte und wobei es viele Analogien zwischen Konservativen und Reformern gab. Die Ursache: Deutschlands Außenpolitik und die Situation im Auswärtigen Amt befand sich in dieser Zeit in einer mehrfach gehandikapten Situation. Zu nennen wäre lediglich die Unfähigkeit, als „territorial amputiertes" Land Kriege zu führen bei gleichzeitigem Erfolgszwang deutscher Außenpolitik, um für das Reich in den anstehenden Verhandlungen möglichst akzeptable Ergebnisse zu erzielen.
Chefredaktion des Literaturforums buechertitel.de im Juni 2008 zum Buch "Das Auswärtige Amt im Deutschen Reich"
„Die deutsche Dimension“ kann man nicht abschließend philosophisch oder denkerisch erfassen. Dies macht Daniel Bigalke gleich zu Beginn seines neuen Buches deutlich. Vielmehr geht es ihm in den Essays darum, ohne abschließendes festes Ergebnis zu prüfen, wie sich eine spezifisch deutsche Denkweise in der Philosophie und der Politik immer wieder auf charakteristische Weise im Handeln von Menschen äußerte und eine besondere Grundeinstellung zum Leben beinhaltete. Der Autor nähert sich dem Thema in drei Teilen, denen jeweils ein kontextuell entsprechendes Motto von Hugo von Hofmannsthal, Friedrich Hölderlin und Stefan George vorangestellt ist. Im ersten Teil stehen Denker der Konservativen Revolution – Hans Blüher, Carl Schmitt, die völkischen Denker, Oswald Spengler, Ernst Niekisch, Edgar Julius Jung, Georg Quabbe – im Vordergrund. Im zweiten Teil geht es um Politik und Politiktheorie im Diskurs der letzten Jahrzehnte, im dritten Teil wird versucht, die mythenbildende Dimension der deutschen Dichtung und ihre politiktheoretische Relevanz auszuloten. Darunter ist insbesondere ein Text über den verschollenen Dichter Jesse Thoor zu erwähnen sowie eine tiefgründige Analyse der Dichtung Uwe Lammlas aus seiner Münchner Zeit. Sind manche Texte etwas zu philosophisch motiviert und schwer verständlich, so sind sie dennoch inhaltlich gerechtfertigt und bieten einen längst überfälligen Anstoß bei der Auslotung dessen, auf was sich die Deutschen heute noch geisteswissenschaftlich berufen können. (...) Statt die wirklichen Erfolgsvoraussetzungen der Bundesrepublik gedanklich zu verdrängen oder einem permanenten Verdacht auszusetzen, sollten diese Traditionsbestände der politischen Geistesgeschichte Deutschlands zum Gegenstand der offenen Erörterung gemacht werden.
Chefredation des Online-Magazins Blaue Narzisse zum Buch "Die Deutsche Dimension" am 01. April 2009 in einer Vorstellung des Werkes
Informationen, Inhalte und Bestellmöglichkeit zum Buch "Die Deutsche Dimension" finden Sie hier: Die Deutsche Dimension und hier: Rezension zum Buch im Literaturforum webcritics.de
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